Beides – die Pyramiden und Indien – hatten wir schon lange auf unserem Reiseplan, aber durchringen konnten wir uns nie. Bis wir Anfang Januar die Formel für den Aufbruch fanden: „Wenn wir schon nach Indien fahren, dann schauen wir uns auf dem Weg wenigstens die Pyramiden an“. Also planten wir drei Tage für Kairo und die Pyramiden ein, bevor wir nach Südindien weiterreisen würden.
Schon die Fahrt vom Flughafen Kario ließ erahnen, dass eine komfortable, ruhige Unterkunft wichtig werden könnte in diesem riesigen, graubraunen, heißen Moloch. Das Steigenberger El Tahrir sollte unsere Ruhe-Oase werden in diesen drei Tagen.

Kairo – mythischer Moloch
In meinem Kopf war Kairo abgespeichert als wuselige, geheimnisvoll antike Stadt am zauberhaften Nil mit Basaren, Scheichs, Kamelen, Gewürzen, Teppichen und allem, was sonst typischerweise zum Orient gehört. Das findet man dort auch alles – aber es wird überlagert von Smog, Dreck, Gehupe von Millionen Autos und nervenden Häuslschleichern, die dir irgendwas andrehen wollen – und dafür die abenteuerlichsten Geschichten erfinden.
Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, die Stadt – nicht nur die Altstadt – zu erkunden, sind viel spaziert und gefahren (UBER ist verlässlich, Taxis besser meiden). Mit am schönsten war der Spaziergang durch Khan el-Khalili, den Basar in der Altstadt. Dort findet man zauberhafte Ecken und Motive und vielleicht sogar ein nettes Café oder Restaurant. Wir besuchten die Zitadelle von Saladin, diverse Moscheen, durchkämmten die Nil-Insel Zamalek und fanden das Abou El Sid Restaurant, was im 1001-Nacht-Stil geführt wird. Die größte Enttäuschung für mich war der Nil, der einfach nur dreckig und träge durch die Stadt mäandert.

Sphinx und Pyramiden
Die Pyramiden und natürlich die magische Sphinx mal mit eigenen Augen zu sehen, war seit Kindheit ein Traum von mir. Und meine Träume wurden bei weitem übertroffen. Die Bauwerke sind jedes für sich grandios und in ihrer Gesamtheit gewaltig. Etwas ernüchternd wirkt die Tatsache, dass das Areal mittlerweile direkt an den Stadtrand von Kairo angrenzt. Man kann dort diverse Führungen machen und mit Kamelen reiten. Wir begnügten uns damit, die gesamte Anlage in Eigenregie zu Fuß zu entdecken. Dafür braucht man schon ein paar Stunden.

The Grand Egyptian Museum
Das Museum war erst am 1. November 2025 eröffnet worden und wurde international in der Presse gefeiert. Und es ist wirklich ein imposanter, schöner, moderner Bau, der direkt an die Pyramiden grenzt. Die Tickets dafür kann (und sollte) man online im Voraus buchen. Denn der Andrang ist mitunter schlangenbildend. Ich bin nun wirklich weder Experte noch Liebhaber von Archäologie. Aber was dort alles zusammengetragen wurde und nun für die Öffentlichkeit zu bestaunen ist, ist unfassbar. Wahrscheinlich kann man Tage dort verbringen, wenn man es ernst meint mit den verschiedenen Epochen und Königreichen. Wir bummelten vier Stunden auf Zeitreise und stoppten hin und wieder an Stationen, wo sich Besucher vor Sarkophagen oder Mumien drängten.

Unser ägyptisches Fazit
Zuhause erzählte ich meiner Schwester von den Tagen in Ägypten. Sie meinte, die Pyramiden wolle sie auch unbedingt besuchen. Da empfahl ich ihr folgendes: „Buche ein schönes Hotel direkt bei den Pyramiden, nimm den Flieger am Samstag um 14:00 Uhr ab München, lass dich vom Hotel-Shuttle am Flughafen abholen und genieße das Abendessen mit Blick auf die beleuchteten Pyramiden. Am nächsten Tag schaust du dir diese bei Tageslicht an, besuchst danach das Museum und nimmst abends den Flieger zurück nach München. Kairo kannst du dir schenken.“

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